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Bei der Hochwasserhotline

Es hält mich nichts mehr in Köln. Es zeigt sich aus vielen geposteten Berichten, dass Adenau auf Umwegen, aber gefahrlos per Auto erreichbar ist. Das kann ich wagen. Ich lese, dass dort Robert Skiba, ein ehrenamtlicher Helfer, für die Verbandsgemeinde Adenau eine Hochwasserhotline aufbauen will, die Hilfsangebote und Hilfeersuchen zusammenbringen soll. Eine sehr sinnvolle Sache. Da möchte ich mitmachen. Ich schreibe an Robert und mache mich, ohne auf Antwort zu warten, spontan auf den Weg nach Adenau.

Zu meiner großen Überraschung finde ich die Verbandsgemeindeverwaltung an der Kirche in Adenau am frühen Nachmittag verschlossen und dunkel vor. Ich hatte angenommen, dass hier ein Lagezentrum aufgebaut werden würde, wo sich auch spontan auftauchende Helferinnen und Helfer melden könnten, die sich nützlich machen wollen. Auf der offiziellen Website hat die Katastrophe noch keine medialen Spuren hinterlassen – es ist dort keine aktuelle Information zu kriegen.

Ich finde nur bei der benachbarten Tourist-Information eine offene Tür und eine Angestellte vor, die nichts von einem Einsatzzentrum weiß, mir aber ein paar Kontaktdaten von Robert Skiba nennen kann. Ich rufe ihn an, sitze kurze Zeit später in seinem Büro an der Hauptstraße, setze ein Headset auf und beginne über die Online-Hotline, die Robert kurzentschlossen geschaltet hat, mit Menschen aus der ganzen Bundesrepublik zu telefonieren, die im Ahrtal helfen wollen. Ich erfasse die Angebote detailliert auf Listen. Bis kurz vor Mitternacht.

Der erste Tag bei Hochwasseradenau.de, einer Hotline, die freiwillige Helferinnen und Helfer und Hilfesuchende zusammenführen will.

Carmen Molitor

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