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Ahrweilers Drama und Stärke

Heute bin ich erstmals nach der Flutkatastrophe wieder in Ahrweiler gewesen, wo ich meine journalistische Laufbahn bei der Rhein-Zeitung begonnen habe. Ich war vor allem rechts der Ahr, da, wo die Ahrtorbrücke eingestürzt ist.

Es fällt auf, dass dort viele Menschen in dem flutgeschädigten Viertel stolz die Flagge mit dem Stadtwappen von Ahrweiler gehisst haben. Selbstgemalte Schilder mit dem Spruch „Nach dem Regen kommt die Sonne“ hängen an vielen Türen und Fenstern.

Auch hier müssen sich die Leute bisher vielfach selber helfen. Ohne die vielen helfenden Freiwilligen wären sie dort aufgeschmissen – sogar bei ganz elementaren Dingen wie der Versorgung mit warmen Mahlzeiten. Die kocht seit zwei Wochen ehrenamtlich ein Team rund um einen Elektriker und Hobbykoch aus Bonn täglich in einer Gulaschkanone. Bis zu 1.000 Essen am Tag gingen raus, zubereitet aus gespendeten Lebensmitteln, erzählt er.

Er war einfach losgefahren, weil er helfen wollte. Erst seit zwei Tagen habe er dort im Bereich um das Freibad „offizielle“ Helfer gesehen, sagt er. Er wird erstmal bleiben.

Carmen Molitor

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