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Helfer-Shuttle: Rock in Ringen

Gegen 17 Uhr kommt ein großer Shuttlebus aus dem Ahrtal zurück zum Helfer-Camp in den Innovationspark Rheinland in Ringen. Geschaffte, meist junge Helferinnen und Helfer strömen auf die verregnete Wiese, in der Hand Werkzeug, Schippen, verschmierte Eimer. Der Platz ist erfüllt von Stimmengewirr und Lachen. Es gibt viel zu erzählen nach einem Tag voller Arbeit im Katastrophengebiet.

Hier wirkt alles ein bisschen wie bei „Rock am Ring“, wobei die gefeierten Stars die jungen Freiwilligen selbst sind. An allen Ecken und Enden werden sie mit Dankesbotschaften bedacht („Ihr seid die Besten!“).

Alles hier ist von Ehrenamtlichen aufgebaut und wirkt inzwischen absolut professionell: In einem großen, offenen Festzelt kann man nach dem Einsatz im Ahrtal an Biertischen zusammensitzen, reden, essen und trinken; es gibt Kühlwagen, Getränke und Kuchenstände; kleine Wunden werden im Erste-Hilfe-Zelt versorgt; verschlammte Gummistiefel kann man zum Reinigen abgeben oder in großen Wasserbütten selbst abschrubben. Versorgungszelte mit Funktionskleidung und Werkzeug stehen bereit.

Die Helfer-Parkplätze sind heute nicht überfüllt, aber gut belegt. Manche zelten neben ihren Autos auf den vom Regen durchweichten Wiesen oder haben ihre Wohnmobile dort abgestellt. Teilweise hat man kleine matschige Wege mit verstreuten Holzspänen befestigt.

Neben Essen und Trinken sind die nahen Duschen bei vielen jetzt sehr begehrt, andere gehen zu ihren Fahrzeugen, um die Heimfahrt anzutreten – nicht, ohne sich vorher auf den großen Tafeln zu verewigen, auf denen schon viele Helfende vor ihnen ihre Botschaften gelassen haben.

Und Goldbären sind allgegenwärtig. Das Camp liegt zu Füßen der Haribo-Fabrik und deren Süßkram-Lagerverkauf ist nicht weit.

Carmen Molitor

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