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Fast das Wort des Jahres: SolidAHRität

„Wellenbrecher“ ist das Wort des Jahres 2021. Auf Platz 2 folgt „SolidAHRität“ – ein Schlagwort, das bei den Hilfsaktionen an der Ahr gebräuchlich wurde. Ein schöner Begriff – mit inzwischen allerdings vielen, eher nervtötenden Nachfolgern.

In Kreuzberg/Ahr

Das Wort „SolidAHRität“ gefällt mir gut, es drückt perfekt aus, für was die Helferinnen und Helfer im Ahrtal viele Monate lang standen: echte Solidarität mit dem Ahrtal. Den Slogan „we AHR family“ mag ich, weil er auch für die Nachbarschaften gilt und für die Berggemeinden, die den Talgemeinden im Landkreis zur Hilfe kamen. Denn das geschah und geschieht oft, auch wenn da nicht jeder getane Handschlag gefilmt und auf Social Media-Kanälen gepostet wurde.

Aber neben diesen beiden gelungenen Wortspielereien aus den ersten Wochen nach der Katastrophe gibt es inzwischen eine geradezu inflationäre und gezwungene „AHR“risierei von allen möglichen Worten. Zweck der Übung: Merchandising. Und so findet sich auf T-Shirts, Kaffeebechern, Schlüsselanhängern und sonstigem Nippes eine ständige mehr oder weniger gelungene sprachliche Verballhornung von Ahr, die allmählich nervtötend ist: AHRlaaf, AHR love you, stAHRk, you AHR not alone, einzigAHRtig… You name it. Gähn.

Neulich kam mir sogar ein Linienbus entgegen, der mit „AHR“satzverkehr beschriftet war. Wie viele Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer bei der Vorbeifahrt einen Schock erlitten, ist nicht überliefert. Ich vermute mal, irgendwann steht es so im Duden.

In Kreuzberg/Ahr

Carmen Molitor

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